Verpasste Chance

04.05.2007
Von: Tour de Romandie

Heute morgen konnten wir dann leider nicht ausschlafen. Zwei Stunden zu früh werden wir auf dem Zimmer wach, weil unser Doc an die Tür Klopft. Die UCI ist da und will Blut abzapfen.?Toll. Die Kontrollen sind wichtig und gut, aber in diesem Moment hält sich die Freude darüber natürlich in Grenzen..

Die Vorzeichen, dass heute eine Ausreißergruppe es ins Ziel schaffen könnte, standen nicht schlecht.

Mit zehn Minuten Rückstand im Gesamtklassement hätte man mich sicher auch wegfahren gelassen. So versuchte ich, wie eigentlich die Tage zuvor auch schon, in die Ausreißergruppe reinzukommen. Bei dem ständigen Gespringe war ich leider, leider dann nicht bei dem richtigen Zug dabei. Tatsächlich kamen drei Fahrer vor dem Hauptfeld ins Ziel, von denen in den Tagen zuvor keiner wesentlich besser als ich ausgesehen hat. Auf solchen Etappen kann es immer mal wieder passieren, dass auch schwächere Fahrer auf einmal um einen großen Sieg fahren können. Eine Topplatzierung wäre für mich theoretisch sicher möglich gewesen. Stattdessen beteiligte ich mich dann an der Verfolgungsarbeit im Feld, damit die Gruppe nicht mit einem zu großen Vorsprung ankam.

Auf den letzten Kilometern fing es kräftig an zu regnen und es stand noch eine drei Kilometer lange Bergwertung an. Im Feld gings zur Sache und ich klinkte aus. Meine Arbeit war getan und morgen liegt die schwerste Etappe vor uns. Da heißt es, Kräfte schonen. Das Wetter ist ganz schlecht gemeldet. Könnte ein Kälte-Rennen werden?.

Gute Nacht

Johannes