Euskal Herriko Itzulia

11.04.2015

Die Baskenland-Rundfahrt hat ihrem Ruf im Profi Peleton als das wohl schwerste Mehrtagesrennen des Jahres wieder alle Ehre gemacht.

Der Zeitpunkt des Jahres, die Besetzung der meisten Mannschaften mit bis in die Haarspitzen motivierten Bergfahrern sowie die Region und die entsprechende Streckenführung des Veranstalters ergeben einen speziellen Mix. Dabei spielte dieses Jahr das ebenso berühmt, berüchtigt schlechte baskische Aprilwetter keine Rolle. Es war wohl die erste Austragung seit Jahren ohne einen einzigen Regenschauer. Der Enthusiasmus für den Radsport ist in der Region immer zu spüren. Das gute Wetter brachte allerdings nochmal besonders viele Zuschauer an den Streckenrand und sorgte teilweise für Tour de France Atmosphäre. Da bekommt man im Grupetto am Schlussanstieg schonmal Pizzastücke angeboten. Bis dahin herrschte allerdings jeden Tag härtester Radrennsport. Links, rechts, rauf, runter- auf fünf Etappen wurden insgesamt 35 Bergwertungen eingebaut und dazwischen gab es eigentlich auch keinen flachen Meter.

Unsere Mannschaft trat auf Grund einiger Verletzungen und gesundheitlicher Probleme nicht mit Bestbesetzung an.Unser bester Fahrer Tom Dumoulin hatte hauptsächlich das abschließende Einzelzeitfahren und die Vorbereitung auf die Ardennen-Klassiker im Auge. Somit versuchten wir hauptsächlich, nur als Mannschaft zusammen zu fahren und uns durchzuschlagen.

Die letzte Etappe nahmen wir nur noch mit vier der ursprünglich acht gestarteten Fahrer in Angriff. Mit Blick auf die vielen Rennen in den kommenden Wochen entschieden wir gemeinsam, dass ich am Einzelzeitfahren des letzten Tages nicht mehr teilnehme, um mir einen zusätzlichen Regenerationstag zu ermöglichen. An diesem Tag gelang Tom Dumoulin eine herausragende Leistung. Er gewann das Zeitfahren auf einem mit zwei extrem steilen Anstiegen gespickten Parcours. Damit muss man ihn bei den Klassikern auf der Rechnung haben. Erfahrungsgemäß wird mir die Vuelta al Pais Vasco ebenfalls die nötige Rennhärte geben für die kommenden Aufgaben. Nächste Station ist der Brabantse Pijl.

Viele Grüße

Johannes