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Tour de Pologne

10.08.2014

Nach der langen Wettkampfpause bin ich mit meinen Leistungen bei der Polen-Rundfahrt zufrieden. Als Mannschaft ist uns der angestrebte Etappensieg nicht gelungen.

Vor allem auf den ersten vier komplett flachen Etappen hatten wir uns bei den Massensprints etwas mehr erhofft. Dahingehend sind wir erfolgsverwöhnt und ehrgeizig genug, um mit Podiumplatzierungen nicht zufrieden zu sein. In der Gesamtwertung mischte Warren Barguil ungeplanterweise sehr weit vorne mit. Beim abschließenden Zeitfahren fiel er leider aus den TopTen wieder heraus. Sein Fokus ist aber ohnehin ganz auf die Vuelta a Espana ausgerichtet.

Neben ihm werden einige andere Fahrer unserer Mannnschaft aus Polen wahrscheinlich für die Spanien-Rundfahrt nominiert und wir hatten eine sehr gute Vorbereitung darauf - abgesehen von einem Sturzfestival auf ersten Etappe. Fünf Fahrer von uns sind bei einem heftigen Weltuntergangsgewitter zu Fall gekommen - teilweise mehrfach. Windböen, die mehrere Äste auf die Straße wehten und sogar einen Baum kurz vor uns umstürzten, waren für ein paar Minuten lang absolut grenzwertig, was unsere Sicherheit anging. Aber wir betreiben nunmal eine Freiluftsportart, bei der wir immer wieder Extremen ausgesetzt werden. Glücklicherweise gehörte ich zu den wenigen Fahrern, die unversehrt durch das Chaos gekommen sind.

Auf der schwersten Etappe, die mittlerweile traditionell jedes Jahr auf einem Rundkurs durch die Karpaten ausgetragen wird, schaffte ich es in eine hart umkämpfte Ausreißergruppe. Da von uns acht jedoch auch eine gewisse Gefahr für die Gesamtwertung ausging, gestand uns das Feld keinen großen Vorsprung zu und die Flucht war letztendlich erfolglos. Auf dieser schweren Etappe lange vorne mitzumischen, hat mir persönlich aber gezeigt, dass die Form passt. So oft im Jahr habe ich nicht die Möglichkeit, etwas zu versuchen und muss daher solche Tage nutzen.

Am Dienstag fliege ich in den hohen Norden Europas und hoffe, dass es beim Arctic Race of Norway einigermaßen sommerlich ist.

Viele Grüße

Johannes