Warren Barguil zum Zweiten

09.09.2013

Komischerweise verbringen wir den zweiten Ruhetag wieder in Zaragoza. Dazwischen ist jedoch einiges passiert.

Am Samstag wurde das Feld auf dem Weg nach Andorra von einem radikalen Wetterumschwung erwischt. Bei starkem Regen sanken die Temperaturen auf bis zu 5° Celsius hinunter. Trotz der eindeutigen Wettervorhersage haben viele Fahrer dies unterschätzt. Ich denke, einige waren mental nicht darauf vorbereitet und einfach auch nicht warm genug angezogen. Da haben sich wohl dramatische Szenen abgespielt. Am darauffolgenden Tag mussten wir bei ebenfalls durchwachsenem Wetter eine Mammutetappe bewältigen. 225km mit 5000 Höhenmetern. Das Wochenende hat rund 30 Fahrer zur Aufgabe gezwungen. 25% des Peletons haben die vorzeitige Heimreise angetreten. Leider haben wir mit Ramon Sinkeldam ebenfalls einen Fahrer verloren. Im Vergleich zu anderen Mannschaften sind wir aber zu acht zahlenmäßig noch stark vertreten. Vor dem Ruhetag hatten wir eine sehr unkontrollierte, nervöse Etappe. Warren hielt sich lange zurück, bevor er erneut losstürmte und aus einer großen Ausreißergruppe einen zweiten Etappensieg einfuhr. Damit hat er natürlich alle Erwartungen übertroffen und dementsprechend ist unsere Stimmung am zweiten Ruhetag bestens.

Mit dem schlechten Wetter und den vielen Höhenmetern bin ich gut zurechtgekommen. Auch am zweiten Ruhetag fühle ich mich den Umständen entsprechend ordentlich regeneriert und auch mental frisch für die letzten Etappen. Das ist in der dritten Woche einer Grand Tour mindestens genauso wichtig wie die körperliche Verfassung.

Drückt mir die Daumen auf dem Weg nach Madrid.

Hasta luego

Johannes