Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt…

12.07.2013

Die 3 Etappensiege haben Lust auf mehr gemacht und wir sahen weitere Möglichkeiten. Das Rennen entwickelte sich extrem schwer und wir haben zwei sehr harte und für das Publikum attraktive Etappen gesehen. Das war echte Werbung für den Radsport.

Nur war unserer Anteil daran leider geringer. Gestern ging es gerade in dem Moment, als Marcel Kittel ein Problem mit der Kette hatte, auf die Windkante. Der Großteil unserer Mannschaft wartete auf Ihn. Trotz verzweifelten Kampfes kamen wir nicht mehr zurück nach vorne. Dort entwickelte sich ein unerwartetes Finale. Zwar gewann mit Cavendish ein Sprinter. Anstatt des erwarteten Massensprints war die Gruppe jedoch nur noch ungefähr zwölf Fahrer groß. Wind kann immer eine Rolle spielen und sorgte für einige Veränderungen im Gesamtklassement.

Auf dem Weg nach Lyon wollten wir versuchen, das Rennen für John Degenolb zu kontrollieren. Nicht überraschend witterten alle Teams die Chance einer erfolgreichen Fluchtgruppe. Die vielen Attacken waren irgendwann nicht mehr zu kontrollieren und 18 Fahrer fuhren auf und davon. Da wir mit Simon Geschke einen unserer besten Fahrer für dieses Szenario dabei hatten, war die Situation für uns ebenfalls in Ordnung. Er landete auf dem achtbaren 7. Platz.

Man merkt am Ende der zweiten Woche die Müdigkeit bei sich selbst, aber auch bei allen anderen Fahrern im Feld. Die Zuschauermassen auf den letzten Kilometern durch Lyon waren heute aber unbeschreiblich. Einige verrückte oder unerfahrene Fans am Straßenrand stellen leider auch immer wieder ein Risiko da. Abgesehen davon sind die vielen Zuschauer unheimlich motivierend. Trotz aller Strapazen freue ich mich auf die morgige Etappe. Sonntag, französischer Nationalfeiertag, 242km mit dem Ziel auf dem berühmten Mont Ventoux in der Provence. Das nächste Spektakel steht bevor.

Johannes