In den Pyrenäen brannte die Luft

06.07.2013

Das betraf die hohen Temperaturen, die an vielen Stellen den Asphalt klebrig machten, aber besonders auch den Rennverlauf. Die Pyrenäen waren dieses Jahr kurz und heftig. Auf dem Weg nach Aix 3 Domaines gab es keine große Überraschung.

Das Team Sky trat so stark auf wie erwartet und sortierte das Gesamtklassement zum ersten Mal. Diese Etappe war mit zwei Anstiegen am Ende für keinen Fahrer im Feld ein großes Problem. Vor dem zweiten Tag in den Pyrenäen hatten jedoch viele großen Respekt, da es über 5 Bergwertungen ging und die Karenzzeit sehr knapp bemessen war. Zudem muss man bei diesen Temperaturen sehr darauf achten, dass man ständig genug zu trinken hat und darf dabei auch das Essen nicht vergessen.

Vom Start weg ging es mit Vollgas los und bereits nach 25 Kilometern war das Hauptfeld komplett gesprengt. Kurze Zeit später war das Gelbe Trikot Chris Froome überraschenderweise für den Rest der Etappe von allen seinen Helfern isoliert.

Alle Gruppen konnten zu keiner Zeit das Tempo rausnehmen und mussten kämpfen. Ich hatte keinerlei Probleme und konnte es am letzten Berg und in der lang gezogenen Abfahrt ins Ziel locker angehen lassen, da ich mich irgendwo im Niemandsland befand zwischen der Gruppe der Favoriten und zwei großen Gupettos, die sich weiter hinten formiert hatten. Das Zeitlimit war letztendlich doch keine Gefahr. Auf solchen Etappen ist in den Abfahrten und auf den kurzen Flachstücken das Tempo in den abgehängten Gruppen höher als vorne. Alle arbeiten zusammen.

Wir haben die Bergetappen gut überstanden. Allen voran Marcel Kittel, den habe ich noch nie so gut berghoch fahren sehen wie bei dieser Tour. In der zweiten Woche wird das Rennen jetzt wieder wesentlich interessanter für uns. Es gibt mehrere Chancen auf den zweiten Etappensieg. Mit einem erneuten Flugtransfer ging es gestern Abend nach der Etappe nach St.Nazaire. An der französischen Atlantik-Küste weht ein etwas milderer Wind. Dort verbringen wir den ersten Ruhetag.

Abgesehen von einer kurzen Trainingseinheit am Morgen ist Beine hochlegen und abschalten angesagt.

Salut

Johannes