Kein 2. Etappensieg, aber zweimal Podium

04.07.2013

Nach dem Auftakt in Korsika wollten wir bei 3 weiteren Massensprints um den Etappensieg kämpfen. An keinem der drei Tage lief alles nach Plan. Auf dem Weg nach Marseille stürzte Marcel Kittel 15km vor dem Ziel und konnte nicht mehr ins Finale eingreifen.

John Degenkolb sollte in die Bresche springen. Er war ohne richtigen Sprintzug zu schlecht platziert und wurde 12.

Die nächste Etappe verlief aufgrund ständigen Seitenwinds extrem nervös. Sie war letztendlich für die Beine weniger anstrengend. Der ständige Positionskampf machte den Tag für den Kopf aber unheimlich stressig. Die finale Sprintvorbereitung verlief nicht 100 prozentig verglichen mit dem Team Lotto, das den deutschen Meister Andre Greipel mustergültig zum Sieg führte. Marcel wurde dahinter 3. in Montpellier.

Heute sahen wir die dritte Chance. Das Team Cannondale um den Sieger des heutigen Tages überraschte das Feld zur Mitte der Etappe mit einer Attacke an einem Anstieg der 2. Kategorie. Bis dahin hatte ich bereits viel Führungsarbeit im Hauptfeld verrichtet, um den nimmermüden Attackierer Jens Voigt in Reichweite zu halten. An diesem Anstieg konnten nur 100 Fahrer dem Tempo Cannondales folgen. Ich blieb bei Marcel und mit zunächst geringem Rückstand waren wir zuversichtlich, wieder zurückzukommen, zumal von hinten erst das gesamte Team Lotto mit Andre Greipel und danach Omega Pharma mit Marc Cavendish kam. Doch die gemeinsame Allianz schaffte es tatsächlich nicht mehr, das erste Hauptfeld einzuholen und wir brachen die Verfolgungsjagd gegen die Cannondale Mannschaft ab. Für uns war dies jedoch weniger schlimm. John Degenkolb hielt sich schließlich noch mit zwei Helfern vorne und sprintete auf den zweiten Platz.

Damit haben wir jetzt alle 3 Podiumsplätze jeweils einmal belegt. Auch ohne weiteren Sieg können wir damit zufrieden sein. Jetzt gilt es, die beiden schweren Etappen in den Pyrenäen am Wochenende zu überstehen, bevor die nächsten Sprints auf uns warten. Am morgigen Tag könnten auch starke Fahrer als Ausreißer erfolgreich sein. In den letzten Tagen habe ich einige Kilometer im Wind gearbeitet und muss sehen, wie es mit meinen Kräftehaushalt aussieht.

Bereits in den letzten Tagen herrschten sehr hohe Temperaturen. Diese sollen am Wochenende noch weiter ansteigen und wir werden eine richtige Hitzeschlacht in den Pyrenäen erleben.

Salut

Johannes